Was in Spaniens Weinen drinsteckt 

   Im Lauf der jahrtausendealten Weinbaugeschichte wurde von Spaniens Winzern zwar die stolze Zahl von rund 1.000 Rebsorten(!) kultiviert, von denen heute immer noch etwa 600 zwar grösstenteils nur regionale Bedeutung haben. Denn nur rund 15 Rebsorten belegen den Löwenanteil von über 75 % der Rebflächen.
   Stark zugenommen haben in den letzten Jahren im Zuge der Qualitätsoffensive die grossen internationalen Edelrebsorten französischen Ursprungs wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot oder Syrah - leider mit dem Nachteil der international einhergehenden »Coca-Colarisierung«, der Uniformierung des Weingeschmacks.
   Doch - zu unserem Weingeniesserglück - erleben heute viele der interessanten autochthonen (einheimischen) Regionalsorten, mit denen charakteristische regionaltypische Weine erzeugt werden können, momentan besonders bei den Weinmachern, die Terroir und Herkunft schmecken in ihre Tropfen bringen wollen, eine Renaissance.
   Und hier ist die alphabetische Übersicht der Rebsorten, die in Spanien kultiviert werden. Mit einen »click« auf die jeweilige Sorte erfahren Sie mehr über sie.

Airén
Alanje
Alban > Palomino Fino
Albarello
Albariño
Albillo
Alicante (Henri) Bouschet
Alicante > Garnacha Tinta
Alicante Ganzin
Alicante Tinto > Alicante (Henri) Bouschet 
Blanca > Airén
Bobal
Brancellao

Cabernet Franc

Mencía (Spanien), Acheria, Bidure, Bordo, Boubet, Bouchy, Bouchet, Breton, Burdelas Tinto, Cabernet, Cabernet Aunis, -Carbouet, -Franco, Capbreton Rouge, Carmenet, Couahort pro Parte, Gamay de Ricenay, Gamput, Gros Bouchet, -Cabernet, Grosse Vidure, Méssanges Rouge, Morenoa, Noir Dur, Petite Vidure, -Vigne Dure, -Fer, Plant Breton, Plant des Sables, Rouge, Sable Rouge, Trouchet Noir, Véronais, Veron Bouchy

   Diese rote Rebsorte stammt aus der Region Bordeaux, wo sie nachweisbar seit Jahrhunderten heimisch ist. Sie wurde vermutlich aus Wildreben selektioniert und durch DNA-Analyse wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verwandtschaft mit Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc nachgewiesen. Sie ist nicht so verbreitet wie der bekanntere Cabernet Sauvignon, doch hinsichtlich der klimatischen Anforderungen genügsamer.
   Der Wein ist hell, mit dezenten Tanninen und einem kräuterartigen Aroma. Beliebt ist er als Verschnittwein. Er weist im Vergleich mit dem Cabernet Sauvignon geringeren Tanningehalt auf. Die Weine zeichnen sich durch deutlich geringere Adstringenz aus und sind deshalb auch schon jünger trinkbar.

Cabernet-Sauvignon

Bidure Bordeaux, Burdeos Tinto, Bordeaux, Bordo, Bou(s)chet, -Sauvignon, Breton, Burdeaos Tinto, Caberne, Cabernet petit, Carbonet, Carbouet Castet, Epicier noir, Kaberne Sovinjon, Lafet, Lafite, Marchoupet, Menut, Navarre, Petit Bou(s)chet, Petit Cabernet, -Vidure, Petite parde, Sauvignon rouge, Sauvignonne, Vaucluse, Veron, Vidure, Vidure petite, -Sauvignonne

   Die wohl bekannteste rote, aus dem Bordelais stammende Edelrebsorte, die erst gegen Ende des 18. Jh. stärker in Erscheinung trat, hat einen Siegeszug durch die gesamte Weinbauwelt angetreten und liegt mit rund 200.000 ha. Rebfläche weltweit an siebter Stelle, wurde nur vom Merlot als der am weitesten verbreiteten, roten Qualitätssorte überholt. Auch ausserhalb ihrer Heimat behält sie ihre Charakter, der natürlich durch den Einfluss von Böden oder Klima unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Die DNA- Analyse konnte den Nachweis erbringen, dass Cabernet-Sauvignon eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist.
   Hervorstechend ist die hohe Phenolenkonzentration, der die Weine ihre tiefe Farbe und sehr lange Haltbarkeit verdanken. Er reift spät und benötigt beste Lagen und seine Struktur ermöglicht es dem Winzer, die spezifischen Besonderheiten eines Jahrgangs, der Anbautechniken und der Weinbereitung sowie des Terroirs zum Ausdruck zu bringen.
   Die Cabernet Sauvignon-Rebe hat einen aufrechten und kräftigen Wuchs und treibt spät aus, ist kaum anfällig für Frühjahrs-fröste. Die mittelgrossen dunkelgrünen, nur schwach gezähnten Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet, mit V-förmig gechlossener Stielbucht. Die Blätter sind  und die Zähne sind sehr weit angelegt. Die Blattoberfläche (Spreite) ist blasig derb. Typisch ist, dass die Blattadern im Bereich der Stielbucht und einem Teil des Spreitengrundes am äussersten Blattrand verlaufen. Eine seltene Anordnung, die sich der Cabernet Sauvignon unter anderem mit dem Chardonnay teilt.
   Die kleine bis mittelgrosse, konus- bis walzenförmige Traube ist meist geschultert, dicht besetzt mit kleinen, rundlichen, bläulich-schwarzen Beeren, deren Schale ausgesprochen stark und fest ist.
   Charakterisch sind tiefdunkle, ziegel- bis schwarzrote Weine, oft mit violettem Glitzern. In der Nase, die sich mit Lagerung noch entwickelt, entdeckt man Traubengeruch, schwarze Johannisbeeren (Cassis), grünen Paprika, Teer, Kaffee, Tabak, auch Zedernholz und kräuterig-florale Töne. Die gehaltvollen Weine haben immer einen konzentrierten Fruchtgeschmack und feinrassige Säure, mit dem tragenden Gerüst von Tanninen und Säuren.
   Ein junger Cabernet-Sauvignon-Wein ist fruchtig, rau und gerbstoffbetont, mit kräftiger Nase. Im Laufe seiner Reifung gewinnen zunehmend feine Röstaromen, schwarze Johannisbeeren, grüne Paprika und oft auch an Lakritze an Gewicht. Er eignet sich ausgezeichnet zum Barriqueausbau, der dem Wein Röst- oder Vanillearomen verleiht und die Strenge der Tannine mildert.
Cabernet Sauvignon ist die Traube einiger der besten Weine der Welt und eignet sich ebenso zum Ausbau als reiner Sortenwein wie auch als “Qualitätsmanager” bei Cuvées mit regionalen Varietäten.

Cagazal > Malvasía
Caíño Blanco
Caiño Tinto
Calagraño
Callet
Carignan > Cariñena
Cariñena
Cayetana
Cazagal > Cayetana
Cencibel > Tempranillo

Chardonnay

Arboisier, Arnaison blanc, Arnoison, Aubain(e), Auvergnat blanc, Auvernas (Blanc), Auvernat Blanc, Auxer(r)as (Blanc), Auxerras, Auxerrois Blanc, Auxois (Blanc), Bargeois (Blanc), Beaunois, Blanc de Champagne, -de Cramant, Breisgauer Süssling, Chablis, Chardenai, Chardenay, Chardenei, Charden(n)et, Chardonnet, Chatenait, Chatey Petit, Chatte, Chaudenay, Chauden(e)t, Clevner Weiss, Cravner, Epinette (Blanc/Blanche), Epinette de Champagne, Ericey Blanc, Fehér Burgundi, Feinburgunder, Gamay Blanc, Gelber (Weiss)Burgunder, Gentil Blanc, Grosse Bourgogne, Klawner, Klevanjka Biela, Klevner, Lisant, Luisant, Luizannais, Luizant, Luzannois, Mâconnais, Maurillon Blanc, Melon Blanc, -d’Arbois, Moreau blanc, Morillon (Blanc), Moulon, Noirien Blanc, Petit Chatey, Petite Sainte-Marie, Pineau Blanc, Pino S(h)ardone, Pinot Chardonnay, -de Bourgogne, Pinot Giallo, Pinot Planc, Plant de Tonnerre, Romère, Romeret, Rouci Bile, Rousseau, Roussot, Ruländer Weiss, Sainte Marie Petite, S(h)ardone, Später Weissburgunder, Weisselder, Weiss Klevner, Weisser Ruländer

   Die weltweit wichtigste, weisse Rebsorte der Burgunderfamilie akklimatisiert sich schnell unter verschiedensten Klimabedin-gungen und wird deshalb heute in fast allen Weinbauländern der Welt kultiviert. Eine DNA-Analyse wies nach, dass der Chardonnay eine natürliche Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc ist.
   Die besten Chardonnay-Weine wachsen auf kalkhaltigen Böden. Der Erfolg dieser Rebsorte beruht nicht zuletzt darauf, dass sie auf nahezu jedem Bodentyp ansprechende Qualitäten hervorbringt.
   Die mittelgrossen, rundlichen, stumpf gezähnten und kräftiggrünen Blätter sind meist ganz oder schwach dreilappig mit lyrenförmiger, offener Stielbucht. Die Blattoberfläche (Spreite) ist nur leicht blasig.
   Die walzenförmige, kleine bis mittelgrosse Traube ist nur selten geschultert und dicht mit Beeren besetzt, die rundlich bis oval, klein bis mittelgross und grüngelb bis bernsteinfarben sind, mit nussigen, im Alter leicht petroligen Aromen. Die Schale ist dünnhäutig bis mittelstark.
   Chardonnay ist weinbaulich gesehen eine eher schwierige Rebsorte, ist mässig anfällig gegen Echten und Falschen Mehltau, anfällig gegen Grauschimmelfäule und Phytoplasmabefall.
   Die Weine mit blass- bis gold- oder zitronengelber Farbe. In der frisches Nase findet man Melone, Nüsse, Butter, Pfirsich und frisches Toastbrot. Am Gaumen sind sie körperreich, breit, von gefälliger Art und zeichnen sich durch gutes Alkohol-Säure-Verhältnis.
   In warmen Anbauregionen leidet hin und wieder der Säuregehalt. Die Weine gewinnen durch Fassgärung, Ausbau in Barrique und Lagerung. Als reiner Sortenwein ebenso wie für Cuvées und zur Schaumweinherstellung (Cava) geeignet.

Doña Blanca
Fogoneu 
Forastera
Gargallosa
Garnacha Blanca
Garnacha País > Garnacha Tinta
Garnacha Tinta
Garnacha/Garnatxa Tintorera > Alicante (Henri) Bouschet
Garnatxa Blanc > Garnacha Blanca
Garnatxa Negra > Garnacha Tinta

Gewürztraminer     

Clevner, Roter Traminer

   Eine der ältesten, auch heute noch angebauten, weissen Rebsorten, deren Existenz seit dem 16. Jh. verbürgt ist. Zusammen mit Riesling und einer ertragreichen Sorte wurde er im klassischen »gemischten Satz« in einem Weinberg angepflanzt.
   Die Beeren haben sehr dicke, leicht rötlich gefärbte Schale und können die höchsten Auslesegradationen erreichen. Je nach Boden und Ertrag sind die Weine mit relativ milder Säure eleganter oder schwerer ausgeprägt.
   Typische Gewürztraminer haben je nach Qualitätsstufe eine stroh- bis goldgelbe Farbe und verströmen, mal dezent, mal üppig, einen Duft, der an blühende Rosen erinnert, dazu kommen Akazienhonig, Veilchen, Honig, Marzipan, Quittengelee, Bitterorangen und Maracuja. Im Geschmack haben wir würzigen, gehaltvollen, meist edelüssen Weine hohen Alkoholgehalt und geringe Säure.
 
Godello
Graciano
Hondarrabi Zuri
Hondarribi Beltza
Jaén
Juan García
Juan Ibañez
Lairén > Airén
Listán Blanca > Palomino Fino 
Listán Tinta
Lladoner > Garnacha Tinta
Loureira Blanca
Macabeo/Macabeu
Málaga > Muscat de Alejandria

Malbec

Auxerrois, Cahors, Claverie noir, Côt, Côte rouge, Costo ruojo, Embalouzat, Lutkens, Malbeck, Pressac

   Diese alte, rote Rebsorte stammt aus dem Südwesten Frankreichs und war die Traube des berühmten »vin noir« aus Cahors. Heute liegt das grösste Anbaugebiet mit ca. 10.000 ha in Argentinien, besonders in Mendoza, wo die Traube auf ideale Bedingungen trifft. In Spanien gibt es nur kleine Bestände im Ribera del Duero gepflegt, wo sie Bestandteil der klassischen Cuvée des legendären Vega Sicilia ist.
   Die Malbecrebe treibt früh aus, ist daher empfindlich gegen Spätfröste.
   Der Wein hat eine dichte, oft opake, lilaschwarze Farbe, mit leicht flüchtigen Duft  von Pflaumen und Tabak, aber auch Klängen von Blaubeeren, Lorbeer, Wacholder, Gewürze, Kirschen und Bitterschokolade. Er hat einen zarteren Körper als Cabernet-Sorten, ist reich an Gerbstoff und kann in einem früheren Entwicklungsstadium getrunken werden.
   Ein gut gemachter, ausreichend gereifter Malbec empfiehlt wegen der fruchtigen Süsse und intensiven Geschmacks als Einsteigerwein.

Malvasía (Fina)
Manchega > Airén 
Manto Negro
Martorella > Parellada
Mazuela>Cariñena
Mazuelo (Tinto) > Cariñena 
Mencía

Merlot

Bégney, Bigney (Rouge), Crabutet, Langon, Médoc Noir, Merlau, Merle Petite, Merlô, Merlott, Petit Merle, Plant (du) Médoc, Saint-Macaire, Sème de la Canau, -Dou Flube, Sémillon Rouge, Semilhoun Rouge, Vitraille

   Diese rote Rebsorte stammt aus dem Bordelais und spielt inzwischen in fast allen Weinbauregionen der Welt eine wichtige Rolle. Mit über 200.000 ha. Anbaufläche hat sie dem Cabernet Sauvignon den Rang im weltweiten Rebsortenspiegel abgelaufen.
   Merlot eignet sich hervorragend zum Verfeinern und Harmonisieren anderer Sorten, wobei der Cabernet Sauvignon ein idealer Partner hat. Dabei kommt ihm auch zugute, dass er sich gut zum Barriqueausbau eignet.
   Merlot reift relativ früh und man kann ihn bereits 2-3 Wochen vor den Cabernets ernten.
   Die schwarzblauen Beeren sind sehr dünnschalig und haben saftiges Fleisch.
   Die kräftig rubinroten und angenehm kräutertonigen Weine zeichnen sich durch einen ganz spezifischen, milden Charakter aufgrund des dezenten Tannins und eine Finesse aus, die sie als “Damenwein” berühmt gemacht haben.

Merseguera > Palomino Fino
Ministral > Monastrell
Moll
Monastrell
Montanega > Parellada
Montonec > Parellada
Morastrel(l) > Monastrell
Moravia
Moristel(l) > Monastrell
Moscatel
Moscatel de Chipiona > Muscat de Alejandria
Moscatel de Grano Gordo > Muscat de Alejandria
Moscatel Menudo  
Moscatel Morisco > Moscatel Menudo
Moscatel Romano > Muscat de Alejandria
Mourvedre > Monastrell
Moza Fresca > Doña Blanca
Muscat > Moscatel 
Muscat Blanc > Moscatel Menudo
Muscat de Alejandria
Muscat de Frontignan
Negramoll
Palomino Fino
Pansá Blanca > Xarel.lo
Pardillo >Pardina
Pardina
Parellada
Pedro Jiménez > Pedro Ximénez
Pedro Ximén > Pedro Ximénez
Pedro Ximénez

Petit Verdot

dt.: kleiner Grünling, Bouton Blanc, Carmelin, Héran, Lambrusquet, Petit Verdau, -Verdot Noir, Verdau, Verdot (Rouge)

   Diese klassische, rote Bordeaux-Sorte wird wegen ihres sehr späten Reifezeitpunktes (deutlich später als der Cabernet Sauvignon) nicht mehr so verbreitet angebaut wie noch vor 50 Jahren. Die Spitzenchateaux allerdings gestatten sich den Luxus, die Sorte weiter zu pflegen. In den letzten Jahren hat man sich wieder auf diese Sorte besonnen und den Anbau intensiviert.
   Der kleinbeerige, dickschalige Petit Verdot ergibt dunkle, tanninreiche, konzentrierte und sehr langlebige Weine, die sich im Alter zu grosser Feinheit entwickeln. Einen herausragenden sortenreinen Petit Verdot erzeugt Marqués de Griñon auf seinem Dominio de Valdepusa.

Pinot Noir

Blauburgunder, Blauer Spätburgunder, Clävner, Clevner, Klevner, Pignol, Pinot Ne(g)ro, -Tinto, Salvagnin (Noir), Spätburgunder

   Diese alte, qualitativ sehr hochwertige, rote Edelrebsorte stammt aus dem Burgund und ist wohl die kapriziöse Königin unter den Rotweinrebsorten der Welt. Vom sommerlich beschwingten Rosé über den leichten süffigen Roten bis zum wuchtigen Barriquewein findet hier jeder Geschmack etwas. Als »Clävner« hat schon Kaiser Karl III. anno 884 die Rebe nach Deutschland gebracht. Ihr Name »Pinot Noir« leitet sich vom französischen »pin« (Fichtenzapfen) ab und hängt mit der Form der Traube zusammen. Sie ist eine wichtige Rebsorte in der Champagnerherstellung und wenn der helle Traubensaft ohne Einmaischung mit der Schale vergoren wird, entsteht der »Blanc de noir«, ein Weisswein. Die Abstammung aus einer Schwarzriesling x Traminer-Ehe ist inzwischen umstritten.
   Pinot Noir ist eine eher kapriziöse Rebsorte, im wahrsten Sinne des Wortes dünnhäutig und ihre dünne Schale verlangt, da sie schnell reisst und der Saft zu früh freisetzt wird, eine sehr feinfühlige Bearbeitung durch den Winzer. Ausserdem reagiert sie extrem stark auf Hitze-Kälte-Schwankungen. Dazu ist die Rebe auch weinbaulich problematisch, mit frühzeitigen Abbauerscheinungen, Viruserkrankungen, Chlorose-Empfindlichkeite, Fäulnis, etc. Zwar sind durch neuere Klone ein Teil der Probleme beseitigt, doch unterscheiden sich diese Weine mit etwas anderen sensorischen Eigenschaften.
   Die klassische Edelrebsorte für Burgunder und Champagner mit kleinen, dunkelvioletten Trauben. Der Wein verliert beim Ausbau Farbe und tendiert zu eher orangefarbenen Rottönen. Diese Rebsorte ist die wichtigste Qualitätsrotweinsorte des gemässigten Klimas. In heissem Klima hingegen verlieren die Weine leicht ihre Komplexität und Eleganz und daher wird die Sorte in Spanien hauptsächlich in den nördlichen Gebieten wie Katalunien angebaut.
   Auf kalkhaltigen Böden in gemässigtem Klima bringt der Pinot Noir seine besten Weine hervor: Sehr feine Weine mit schöner, nicht zu intensiver Farbe und einem Alkoholgehalt von 10-12 % Vol.
   Die Alterung der Pinot Noir-Weine lässt sich nur schwer voraussagen, Spitzenweine jedoch sind sehr langlebig und entwickeln eine ausserordentlich komplexe Aromenfülle. Aufgrund seiner geschmacklichen Qualitäten und seines feinen Duftes findet der Pinot Noir trotz der Probleme beim Anbau wieder zunehmend Beachtung.   

Picapoll
Prensal Blanc > Moll
Prieto Picudo
PX > Pedro Ximénez

Riesling

   Riesling gilt als eine der besten und wichtigsten Weissweintrauben und wird auch als »König der Reben« bezeichnet und repräsentiert wie keine andere Rebsorte deutsche Weinkultur. Erste Hinweise stammen aus dem ausgehenden 15. Jh. Gerätselt wird über die Entstehung des Namens: Steht das Wort mit Verrieseln, mit reissender Säure, mit »edles Reis« oder mit Rusling (dunkles Holz) im Zusammenhang?
   Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, deren hervorstechende Charakteristik die fruchtige Säure ist. Er stellt höchste Ansprüche an die Lage, dafür geringe Ansprüche an den Boden und erbringt je nach Standort, Bodenart und Mikroklima sehr unterschiedlich nuancierte Weine.
   Rieslingweine gibt es in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen. Neben unkomplizierten Alltagsweinen bieten höhere Qualitätsstufen edelsüsse Spitzenweine, Beerenauslesen oder Eisweine. Teilweise erfolgt der Ausbau traditionell im Holzfass. Beim Ausbau im Stahltank besticht das Süsse-Säure-Spiel der jungen Riesling-Weine. Der »typische« Riesling zeigt duftet nach Pfirsich oder Apfel, im Mund spürt man eine rassige Säure. Diese natürliche Säure bietet ein gutes Potenzial zur Versektung.
   Die Farbpalette der Rieslingweine geht von blass- bis goldgelb. Die geruch- und geschmackliche Vielfalt lässt Anklänge von Weinbergspfirsich, Apfel, Grapefruit, Zitrone und Aprikose entdecken. Aufgrund ihres relativ hohen Säuregehalts haben die Weine eine sehr gute Lagerfähigkeit von 5-10 Jahren und länger.

Rioja Rojal > Malvasía
Salamanca > Muscat de Alejandria
Samsó

Sauvignon Blanc    

Fumé Blanc    

   Diese weisse Edelrebsorte aus Frankreich - wird dort hauptsächlich in Bordeaux (Graves) und an der Loire angebaut - hat sich inzwischen auch in vielen anderen Anbaugebieten, z.B. Rueda, ausgezeichnet eingewöhnt, heute wird sie weltweit auf ca. 80.000 ha. Anbaufläche kultiviert und gehört damit zu den Top 20 aller Rebsorten, die nicht nur frische, fruchtige Weissweine, sondern auch einige der grössten Süssweine der Welt hervorbringt.
   Die Beeren sind goldgelb, klein und rund. Der Geschmack der Beeren erinnert leicht an den Muscat, und in Spanien erbringt sie Weine, die sich durch tropische Fruchtnoten und leicht blumigen Hauch auszeichnen.
   Im Glas blasses Strohgelb bis mittleres Goldgelb. In der Nase vor allem schwarze Johannisbeere, Stachelbeere, Grapefruit, Ananas, Rhabarber und Kräuter. Am Gaumen ansprechende Säure, leichter bis mittlerer Körper, begleitet von oft ausgeprägter Johannisbeeraromatik.

Setubal > Muscat de Alejandria
Subirat (Parent) > Malvasía
Sumoll

Syrah

Antournerein Noir, Balsamina, Biaune, Candive, Entournerin, Hermitage (in Australien), Hignin Noir, Marsanne Noire, Neretto di Saluzzo, Petite Syras, Schiras, Sérène, Serine oder Serinne, Shiraz, Sirac, Syra

   Eine hochwertige, alte, rote Rebsorte, die ursprünglich in Frankreich kultiviert wurde, ist zu einer der “most fashionablen” Rotweinreben aufgestiegen, aus der in Spanien z. B. Don Carlos Falcó (Marqués de Griñón) seinen köstlichen »Dominio de Valdepusa Syrah« macht. Vermutungen, dass sie Sorte aus Persien stammt und bereits von den Römern angesiedelt wurde, konnten nicht belegt werden. Die DNA-Analyse belegt hingegen, dass Syrah eine Kreuzung den alten französischen Sorten Dureza und Mondeuse Blanche ist und mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Rhônetal stammt.
   Sie braucht heisses, trockenes Klima. Da der Syrah spät austreibt ist er recht umempfindlich gegen Spätfröste, problematisch jedoch ist das Reifeverhalten: Kalte, nasse Witterung während der Blüte hat empfindliche Ertragseinbussen zur Folge. Bei zu wenig Sonne reift er nicht voll aus, was wegen des ausserordentlich hohen Tanningehaltes dazu führt, dass die Weine dann mit grün, unreif oder uncharmant sind. Bei voller Sonne zur Reife hingegen kann er schnell von Reife zur Überreife umkippen, seine Säure und sein reichfruchtiges Aroma verlieren.
   Die blauschwarzen Beeren mit weichem, saftigem Fruchtfleisch ergeben einen kräftigfarbigen Wein mit angenehmem Geschmack und charakteristischen Tönen von Veilchen und reifen, dunklen Beeren (schwarze Johannisbeere).

Tardana
Temprana > Palomino Fino
Tempranilla > Palomino Fino
Tempranillo 
Tinta Miuda > Graciano
Tinto Aragones > Garnacha Tinta
Tinto de Navalcarnero > Garnacha Tinta
Tinto de Requena > Bobal
Tinto de Toro > Tempranillo
Tinto del País > Tempranillo
Tinto Fino > Tempranillo
Tinto Velasco > Alicante (Henri) Bouschet
Tintorera > Alicante (Henri) Bouschet
Tobia > Malvasía
Torrontés
Treixadura
Trepat
Ull de Llebre > Tempranillo
Valdepenera > Airén
Valenciana > Doña Blanca
Valenciana Tinta > Bobal
Verdejo
Verdejo (Rueda) > Macabeo
Vidau

Viognier

Petit Viognier, Petit Vionnier, Viogné, Viogner, Vionnier

   Diese weisse Rebsorte stammt aus Condrieu und wird hauptsächlich an der Rhône kultiviert. Trotz des schwachen Ertrages erfreut sich die Sorte aber wachsender Beliebtheit.
   Die mittelgrossen Blätter sind fünflappig, stumpf gezahnt, mässig tief gebuchtet, mit U-förmiger Stielbucht. Die konus- bis walzenförmige Traube ist mittelgross, teils geschultert und dicht mit rundlichen bis leicht länglichen, kleinen, bernsteinfarbenen Beeren besetzt, die dicke Schale und im Geschmack eine leichte Muskatnote haben.
   Der Wein hat eine kräftige Farbe und hohen Alkoholgehalt. Charakteristisch ist jedoch sein Duft, der an Aprikosen, Pfirsiche und Blumen (Veilchen, Maiglöckchen) erinnert.

Viura > Macabeo
Xarel.lo
Zalema
Zoruno > Moscatel Menudo