Im Reich der Garnacha sind grosse Weine sind kein Zufall

    Schon die Phönizier - oder waren es die Griechen? - sollen hier die ersten Rebstöcke angepflanzt, den ersten Wein gemacht haben, doch erst die vinomanen Römer führten den Weinbau dann vor rund 2.000 Jahren zu seiner ersten Blüte.
    In der muselmanischen Epoche (sie - “Die spinnen doch, die Jünger Allahs!” - benutzten und benutzen den Wein nur, um Essig und zu Rosinen getrocknete Trauben als Kraftfutter für Allahs eroberungswütige Krieger daraus zu machen) erlebte der Weinbau einen Rückschlag, der erst mit der Rückeroberung der Region durch die katholisch-christlichen Könige überwunden wurde.
   Das älteste Dokument, das den Weinbau belegt, stammt aus den Archiven des Zisterzienser-klosters Veruela, dem 1203 Rebflächen in Magallón geschenkt wurden. Im 14. Jh. vereinte das Kloster seine Besitztümer und kaufte am 2. Juli 1453 den Ort Ainzón mit allen Wasserrechten und Weinbergen. Daher wissen wir, dass das Kloster Besitztümer in Alcalá, Litago, Vera del Moncayo, Bulbuente, Ainzón und Pozuelo hatte, dass ihm die Granja del Río in Borja und weitere Liegenschaften in Agón, Añón, Trasmoz, Magallón, Borja, Albeta, Tarazona, Fuendejalón und Pozuelo gehörten - und bis 1835 waren die Mönche die Triebkraft der land- und weinwirtschaft-lichen Entwicklung der Region.
   Gustavo Adolfo Bécquer, der im 19. Jh. im Zisterzienserkloster Veruela wohnte, ist ein beredter Zeuge für die Bedeutung des Weins in diesem Gebiet - mit seinen “Briefen aus meiner Kloster-zelle” - und sein Bruder, der Maler Valeriano Bécquer, machte einige Bodegas in seinen Bildern unsterblich.

Die Lagen

Das Anbaugebiet in der Provinz Zaragoza, das sich auch als “Reich der Garnacha” bezeichnet, mit seinen knapp 7.400 ha. Rebflächen in Höhen zwischen 350 und 700 m umfasst 16 Gemeinden in einer Übergangszone vom iberischen Bergsystem zum Ebrotal mit dem Somontano del Moncayo, dem Huechatal und den Llanos de Plasencia. Der Anbauschwerpunkt liegt um Fuendejalón, etwa zwischen Ainzón im Norden, Tabuenca im Süden und Pozuelo de Aragón im Osten.

Der Boden

Bräunliche Kalk- und steinig-kiesige Terrassenböden mit guter Drainage, mittlerem Gehalt an organischen Stoffen und reich an mineralischen Nährstoffen. An den Ausläufern des Moncayo herrschen eisenhaltige, lehmige und auch geröllige Böden vor.

Das Klima

Sehr ausgeprägt kontinental, mit gewissen atlantischen Einflüssen im Winter, die trockene kalte NO Winde bringen, und mediterranen im Sommer. Mit deutlichen Tag-Nacht- sowie Sommer-Winter-Temperaturunterschieden. Die durchschnittliche Temperatur liegt bei 14,3° C. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 350 (tiefe Lagen) und 450 (höhere Lagen) mm/m2 pro Jahr. Und man verzeichnet um die 2.800 Sonnenstunden pro Jahr.

Die genehmigten Rebsorten

Rot: Garnacha Tinta, Tempranillo, Mazuela, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah.
Weiss: Macabeo, Moscatel de Alejandría, Chardonnay.

Die Charakteristik der Weine

Weiss - min. 10,5 % Vol. -   Fast ausnahmslos sortenreine Macabeo. Farbe: Blassgelb mit grünlichem Schillern. Nase: Fruchtig, mit sortentypischen Klängen. Gaumen: Frisch, leicht, angenehm.
Rosé - min. 11 % Vol. - Farbe: Sehr lebhafte Himbeerfarbe. Nase: Fruchtig, mit den sortentypischen Noten. Gaumen: Frisch, kräftig.
Rot - min. 12 % Vol. - Farbe: Lebhaft dunkles Kirschrot. Nase: Noten reifer dunkler Früchte. Gaumen: Geschmackvoll, in einigen Fällen warmer Ausdruck.

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