
Schon die alten Römer becherten ihm amphorenweise - den VINVM NEGRVM...
...den sie rund um das um 500 v.Chr. gegründete Carae, das heutige Cariñena, anbauten und mit dem Honig der fleissigen Bienen zu ihrem heissgeliebten und kalt getrunkenen Aperitif MVLSVM verfeinerten.
Spätestens seit Cariñena in Jahr 103 n.Chr. unter dem Heiligen Aradiciano zum Bischofssitz wurde, war der Weinbau das tägliche Brot der Mönche und der christianisierten Bauern. Mit der muselmanischen Besatzung jedoch fiel der Weinbau dann, wie überall in Spanien, in eine jahrhundertelange Agonie, doch die pfiffigen Cariñenos retteten ihre Rebstöcke über diese weinfeindliche Zeit, indem sie ihre Trauben zu Rosinen trockneten und damit zu einer von den Koranjüngern begehrten Kraftnahrung. Doch auch ihr vergorener Rebensaft war bei Allahs Kriegern (nicht nur!) wegen seiner heilmedizinischen Wirkung - vor kurzen erst als das “französische Paradoxum” wiederentdeckt - überaus beliebt. Im Mittelalter blühte der Weinanbau unter dem Schutz der Klöster und im 16. Jh. waren rund 50 Prozent der Provinz Zaragoza mit Reben bestockt. Die Weine aus Cariñena hatten einen so guten Ruf, dass zu Ehren des Besuchs von König Philipp II. ein Springbrunnen eingeweiht wurde, der statt Wasser Wein fliessen liess.
Die Lagen
Die an die 17.000 ha. grosse Anbaufläche erstreckt sich in Höhenlagen zwischen 400 und 800 m über das Gebiet der im Ebro- und in den Nebenflusstälern des Valmorad und Huerva, am Fuss des iberischen Bergsystems gelegenen Gemeinden Aguarón, Aladrén, Almonacid de la Sierra, Alpartir, Cariñena, Cosuenda, Encinacorba, Langares, Mezalocha, Muel, Paniza, Tosos und Villanueva de Huerva. Der Anbauschwerpunkt liegt rund um Cariñena und in kleineren Enklaven westlich von Villanueva de Huerva und südlich von Muel.
Der Boden
Die Böden teilen sich in drei unterschiedliche Zonen:
• Cascajo - kalkhaltiger, rötlicher bis bräunlicher Tonboden auf aloctonen Sedimenten im grössten Teil der Region.
• Royal - graubrauner Boden auf Schiefergrund im Westen und Südwesten.
• Calar - Kalkboden auf Mergelgrund mit Sand und Kreide durchsetzt.
Das Klima
Gemässigtes, niederschlagsarmes Kontinentalklima mit kalten Wintern und sehr heissen Sommern. Durch den “Cierzo”, einen trockenen Nordwind, wird die relative Luftfeuchtigkeit bei kaum 60 Prozent gehalten, was den Vorteil hat, dass Krankheiten im Weinberg so gut wie unbekannt sind. Durchschnittliche Jahrestemperatur: Min. 5,4° C, Max. 29° C. Durcschnittliche Niederschlagsmenge: 350 mm/m2 pro Jahr. Durchschnittliche direkte Sonneneinstrahlung: 2.800 Std./Jahr.
Die genehmigten Rebsorten
Weiss: Macabeo, Garnacha Blanca, Moscatel, Parellada, Chardonnay
Rot: Cariñena/Mazuela, Garnacha Tinta, Tempranillo, Juan Ibañez, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah
Die Charakteristik der Weine
Weiss - min. 11,5 % Vol. - Farbe: Klares Strohgelb. Nase: Ausgeprägte Noten von reifen, weissen, gelben und grünen Früchten. Gaumen: Frisch, mit angenehmer, erfrischender Säure, fruchtiger Charakter.
Rosé - min. 11,5 % Vol. - Farbe: Leuchtend rosenfarbig. Nase: Gutes, intensives, frisches Fruchtaroma. Gaumen: Frisch, dank der Garnacha würzig im Abgang.
Rot - min. 12,5 % Vol. - Farbe: Junge Weine mit dunklem Kirschrot und violetten Nuancen. Nase: Kräftiges Aroma reifer Früchte, die an Brombeeren und Pflaumen erinnern. Gaumen: Sehr würzig.
Crianzas, Reservas und Gran Reservas werden durch die Reife sanfter, können balsamische Noten und geröstete Akzente haben.
Consejo Regulador D.O. Cariñena
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