Airén
Aiden, Forcallada, Forcallat, -Blanca, Forcayat, Forcellat Blanca, Laeren del Rey, -Mantuo, Lairen, Layren, Manchega, Valdepeñas, Valdepeñera Blanca, Valdepeñero
Airén ist mit über 305.000 ha. Rebfläche - fast das Doppelte der gesamten Rebfläche Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zusammen - flächenmässig die meistangebaute Rebsorte der Welt zur Weinerzeugung. Sie ist relativ anspruchslos und sehr widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit, so also prädestiniert für den Anbau in den heissen Klimazonen.
Die dickschaligen, gelblichgrünen Beeren haben leicht säuerlichen Geschmack und erbringen hellgelbe, recht neutral schmeckende, einfache, relativ alkoholstarke Weine (12-14 % Vol.) mit zumeist rustikalem Charakter. Sie werden traditionell auch in der Rosé- und Rotweinherstellung, verschnitten mit farbintensiven Trauben, sowie überwiegend - vergleichbar mit der Ugni Blanc bei der Cognac-Herstellung - als Grundwein der spanischen Weinbrände verwendet.
Mit intensiver Rebpflege, strikter Ertragsbeschränkung, Selektion und moderner Kellereitechnik (Temperaturregelung, kontrollierte Gärführung) wird Airén heute immer mehr zu frischen, trockenen, schnell trinkreifen Weissweinen vergoren, und es gibt interessante Versuche mit Fassgärung und Barriqueausbau.
Alanje
Alanje ist eine seltene, in der westspanischen Region Extremadura heimische Rebsorte, die insbesondere im Raum um Cañamero angebaut wird.
Albarello
Albarello, eine recht seltene Rebsorte, ist in Ribera del Ulla heimisch und erbringt aromareiche, sehr individuelle Weine.
Albariño
Albariña, Albarinyo, Alvarin Blanco, Alvarinha, Azal Blanco, Galego, Galeguinhol
Albariño, »der kleine Weisse«, ist die wichtigste Rebsorte des Anbaugebietes Rías Baixas, die dort pergolaartig auf 150–200 cm hohen Strukturen gezogen wird.
Er soll der Legende nach zwischen dem 11. und 13. Jh. von Mönchen aus Deutschland oder Frankreich über den Jakobsweg nach Galicien gebracht worden sein. Lange wurde angenommen, er sei mit dem Riesling verwandt, doch nach Erkenntnissen neuerer Forschungen scheint er wohl eher mit Sauvignon Blanc, Pinot Blanc oder Petit Manseng verwandt zu sein. Er eignet sich besonders zum Anbau in den kühleren, feuchteren und weniger sonnigen Klimazonen.
Die Weine mit fruchtig blumiger Nase und fruchtgeprägtem Geschmack zeichnen sich durch ölige Noten und anhaltenden Abgang aus. In den letzten Jahren sind Albariños zu den beliebtesten Weissweinen Spaniens geworden.
Albillo
Abuela, Acerba, Acerva, Albarin Blanco, Albil Pardo, Albillo Cagalon, -Castellano, -Castillan, -de Cebreros, -de Granada, -de Huebla, -de Madrid, -de San Jeronimo, -de Toro, -de Toro, -Pardo, -Peco, -Peco de Trebugena, -Real, - Temprano, -Verdal, Albuela, Alvilla, Arvilla, Besto Maduro, Blanco Castellano, -del País, -Ribera, -Rivera, Cagalon, Castellano Bianco, Cepa Canasta, -de Lena, Gual, Hogazuela, Hogomela, Nieves Temprano, Pardilla, Pardillo de Albillo, Picapoll, Prolifera, Uva de Lena, -Pardilla, Verdaguilla
Albillo wird auf etwa 2.800 ha. Rebfläche in Zentralspanien, vor allem in den Regionen Extremadura, Galicien, Castilla y León und Madrid, angebaut.
Die wuchskräftige, ertragsstarke, doch nur bedingt transportfähige Rebsorte reift relativ früh, hat einen hohen Glycerolgehalt und liefert säurearme, doch alkoholstarke Weine. Sie wird regional auch als Tafeltraube angeboten.
Alicante
Alicante (Henri) Bouschet, Alicante Ganzin, -Tinto, > Garnacha Tintorera, Tinto Velasco, Tintorera
Alicante, eine Kreuzung von Petit Bouschet und Garnacha Tinta, gehört zu den seltenen Färberreben mit durchgefärbtem, tiefrotem Fruchtfleisch.
Die Beeren sind fast rund, haben eine starke Wachsschicht und erbringen farbintensive Weine, doch mit wenig sortentypischem Charakter, deshalb wird Alicante hauptsächlich für Verschnittzwecke angebaut.
Bobal
Balau, Balauro, Benicarló, Bobos, Provechón, Requeña, Requenera, Requeño, Tinto de Requeña, Tinto de Zurra, Valenciana
Bobal, die grosse Unbekannte, gehört zu den ältesten Rebsorten und wurde schon im 9. Jh. kultiviert. Mit über 90.000 ha Rebfläche ist sie nach Airen und Tempranillo die dritthäufigste Rebsorte und eine der wichtigsten Sorten Spaniens, die überwiegend in den Regionen Albacete, Alicante, Cuenca und Utiel-Requena angebaut wird.
Sie ist sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und verträgt lange Trockenperioden. Die Traube ist mittelgross und dichtbeerig, mit mittelgrossen, schwarz-blauen, dickschaligen und saftigen Beeren.
Die sehr farbkräftigen, tiefdunklen Weine mit violetten Klängen und intensivem Fruchtaroma sind manchmal etwas streng und säurebetont. Ihr Alkoholgehalt liegt nur selten über 12 % Vol., daher haben sie beschränktes Alterungspotential und sollten am besten jung getrunken werden. Gern werden die Weine auch zu Rosados ausgebaut.
Brancellao
Brancellao ist eine sehr seltene, fast schon ausgestorbene, hochwertige, in Galicien heimische Rebsorte und erbringt einen hellen, aromatischen Wein.
Caíño Blanco
Caíño Blanco kommt in den Anbauregionen Galiciens vor und wird in erster Linie in Cuvées mit der Albariño eingesetzt.
Calagraño
Calagraño ist eine im Rioja heimische, fast schon ausgestorbene Rebsorte, die nur noch im Raum San Asensio vorkommt. Sie erbringt kräftige Weine, die sich gut zur Fassgärung und zum Barriqueausbau eignen.
Callet
Callet, eine rustikale Rebsorte, soll eine Züchtung aus Felanitx (Mallorca) sein. Ein Massenträger, der aber qualitativ keine sichere Produktion garantiert, hat in den letzten Jahren als sortenreiner AN (früher Anima Negra) Furore gemacht.
Der Anbaufläche ist klein, die Rebbestände sind oft 80 Jahre und älter und ihr Ertrag mit nur ca. 300 g Trauben pro Stock sehr gering.
Callet erbringt relativ farbarme Weine mit feinem, typisch erdigem Aroma und reifen roten Früchten, die in der Cuvée mit anderen Sorten, wie Manto Negro, gewinnen und sich zum Barriqueausbau eignen.
Cariñena
Carinyena, Crujillón, Crusilló, (Tinto) Mazuela, Mazuelo, Samso
Cariñena soll aus der Nähe von Cariñena in Aragón stammen und ist seit dem 12. Jh. bekannt. Sie ist die heute in Katalunien vorherrschende, rote Rebsorte, wird aber auch im Rioja und in Aragón angebaut.
Die purpur- bis rubinroten Weine sind meist robust, tanninbetont, doch harmonisch, körperreich mit grosser Geschmackstiefe und betont alkoholisch. Im Duft entdeckt man immer zarten Veilchenduft. Aufgrund ihrer höheren Säure und langsameren Alterung eignen sie sich besonders gut für den Barriqueausbau und werden mit zunehmendem Alter immer harmonischer.
Cayetana Blanca
Cazagal
Die besonders ertragreiche Sorte passt sich gut an arme, kalkhaltige Böden und heisse Klimazonen an. Die leichten, trockenen, recht neutralen Weine haben eine angenehme Frische mit feinen Kräuter- und Unterholzklängen, bauen aber vom zweiten Jahr nach der Ernte schnell ab. Zum grössten Teil werden sie zur Weinbranddestillation verwendet wird.
Cencibel > Tempranillo
Doña Blanca
Alvaro de Soire, -de Sousa, Boal, -Cachudo, Graciolo, Graciosa, Jampal, Malvasia Grosso, Moza Fresca, Valenciana
Doña Blanca ist unbekannter Herkunft und heute in Galicien zugelassen.
Die frühreifende Sorte erbringt meist mittelmässige Weine mit goldgelber Farbe und einem leichtem Bitterton.
Fogoneu
Sie ist der französischen Gamay-Traube ähnlich, aus der die Beaujolais-Weine erzeugt werden. Schon im 19. Jh. war sie auf Mallorca wegen ihres sehr hohen Ertrags eine der wichtigen Rebsorten, die recht einfache Weine mit niedrigem Alkoholgehalt, wenig Säure und Aroma hervorbringt. Hat ihre Bedeutung fast gänzlich verloren.
Forastera
Diese Rebsorte ist auf den Kanarischen Inseln, insbesondere auf La Gomera, zu finden, wo sie regionalen Weinen den typischen Charakter verleiht.
Garnacha Blanca
Garnatxa Blanca, Grenache Blanc
Garnacha Blanca ist wahrscheinlich aus einer Mutation der roten Garnacha hervorgegangen und ihre spanische Herkunft ist allgemein anerkannt. Sie wird vor allem in Alella, Calatayud, Priorat, Tarragona, Rioja und Navarra angebaut.
Die konusförmige Traube ist mittelgross bis gross und dichtbeerig. Die rundlichen oder leicht ovalen, mittelgrossen Beeren sind dickschalig und saftig. Ergibt sehr aromatische, ausgewogene und körperreiche Weine mit fruchtigen und floralen Noten und recht hohem Alkoholgehalt.
Bei sorgfältiger Weinberg- und Kellerarbeit erbringt sie sortenreine Weine mit vollem Geschmack und Körper.
Garnacha Tinta
Garnatxa Negra, Alicante, Alicantina, Aragonés, Bernacha Negra, Garnacha País, Gironet, Granacha del País, -Negra, -Tinta, Granacho, Lladoner, Mencida, Navarra, Santa Maria de Alcantara, Tinta Menuda, Tinto Aragonés, -de Navalcarnero
Mit min. 240.000 ha. Rebfläche steht sie auf Platz 4 in der Welt und ist mit rund 86.600 ha. nach Tempranillo und Bobal die drittwichtigste spanische Rotweinrebe. Sie wird vor allem in Empordà-Costa Brava, Bierzo, Calatayud, Campo de Borja, Cariñena, Costers del Segre, La Mancha, Navarra, Penedès, Priorat, Ribera del Duero, Rioja, Somontano, Tarragona, Terra Alta, Utiel-Requena und Vinos de Madrid kultiviert.
Selbst unter extremen klimatischen Bedingungen, bei intensiver Rebpflege und konsequenter Ertragsbeschänkung, liefert die Garnacha konzentrierte, lange lagerfähige Rotweine.
Die konusförmige, mittelgrosse bis grosse und dichtbeerige Traube hat rundliche oder leicht ovale, mittelgrosse, fast schwarze, dickschalige und saftige Beeren.
Die in der Jugend leuchtend roten Weine neigen schon nach etwa einem Jahr zu ziegelrot, da sie schnell altern. Typisch ist ihre feine Brombeer- und Himbeeraromatik. Sie sind samtig und vollmundig, meist alkoholreich, zugleich aber auch weich und tanninarm. Sie werden gern für Cuvées mit Tempranillo oder Cariñena und für die »vinos rancios«, oxidativ ausgebaute Dessertweine, verwendet.
Neben der Garnacha Tinta gibt es noch die Färberrebe Garnacha Tintorera und die stark behaarte Garnacha Peluda oder Lledoner Pelut.
Garnacha Tintorera > Alicante
Gargallossa
Gargallossa ist eine erst vor wenigen Jahren auf Mallorca durch Zufall wiederentdeckte, rote Rebsorte, die schon der Mallorcafan Erzherzog Ludwig Salvator zu den besten zählte. Zuerst von der Bodega Ribas rekultiviert, erbringt sie sehr individuelle Weine. Sie ist bis heute (2009) aber noch nicht offiziell für den Anbau genehmigt.
Godello
Berdello, Godelho, Verdello, Ojo de Gallo, Agudelo, Agudello
Godello ist der absolute Noch-Geheimtipp der Weissweine aus Valdeorras und Bierzo. Von alters her ist sie eine an den Ufern des Sil bekannte Rebsorte. Ihr Ursprung soll auf die Römer zurückgehen. Schon im 12. Jh. wurde sie von den Klöstern erwähnt, geriet dann aber in Vergessenheit, und erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannten einige Winzer ihr Potenzial und die Renaissance setzte ein. Junge Winzer haben in den letzten Jahren einige der besten Weissweine Spaniens, wie As Sortes, Godeval, Guitian, aus den Erträgen alter Reben gemacht.
Die blassgelblichen Weine mit ausgeprägtem Traubenbukett und Aromen von frischen, grünen Früchten zeichnen sich durch hohes Glyzerolniveau aus, das zusammen mit relativ hohem Alkoholgehalt (ø 13 % Vol.) und passender Säure komplexe Weine mit angenehm süss-säuerlichem Geschmack ergibt.
Graciano
Morastel, Tinta Miuda
Eine wegen ihrer geringen Erträge selten angebaute rote Rebsorte mit grossem Potenzial. Die Weine, in ihrer Jugend oft ausgesprochen tanninreich, entwickeln sich über lange Jahre beim Barriqueausbau und der Flaschenreife hervorragend und werden deshalb vielfach für Reservas und Gran Reservas benutzt.
Hondarribi Beltza
Eine Rebsorte, die sich geradezu perfekt an das atlantisch kühle, feuchte Klima in Galicien angepasst hat. Ergibt frische Txakolis mit fruchtig-kräuterigen Noten und erfrischender Säure.
Hondarrabi Zuri
Hondarrabi Zuri ist im Baskenland beheimatet und wird zur Herstellung des dort typischen Txakoli verwendet.
Der Wein von den kleinen, runden, goldenen Beeren ist meist hell strohgelb mit Aromen von reifen weissen und grünen Früchten, zitronigen Klängen, kräuterigen und blumigen Noten.
Jaén
Diese Rebsorte kommt in Badajoz, Granada, Madrid und Toledo sowie auch auf den Kanaren, doch kurioserweise nicht in Jaén, vor. Sie erbringt hohe Erträge, doch der Wein dieser Sorte ist eher rustikal und nichtssagend.
Juan García
Juan García kommt im Raum Fermoselle (Zamora) vor und erbringt fruchtige, nicht zu starke (ø 12 % Vol.), junge Weine, die aber im schon zweiten Jahr beginnen, abzubauen.
Juan Ibañez
Lairén > Airén
Listán Blanca > Palomino
Auf den Kanaren heimisch gewordene Palomino Fino liefert Weine mit ungewöhnlichen Nuancen zwischen vollreifer Traube und mediterranen Bergkräutern. Die Weine zeichnen sich, vor allem, wenn sie von Rebflächen in schwierigem und trockenem Terrain stammen (z.B. Valle de Güimar), durch einen balsamischen Grundton aus.
Listán Tinta
Diese auf den Kanaren heimische Rebsorte bringt glänzende Weine mit ausgeprägten balsamischen Akzenten, leichten Erinnerungen an Eukalyptus und frische, rote Früchte hervor. Da der Tanningehalt sehr niedrig ist, müssen diese Weine jung getrunken werden.
Loureira Blanca
Loureiro Blanco, Marqués
Loureira wird heute in Galicien auf nur knapp 200 ha angebaut. Die wuchskräftige, spätreifende Sorte erbringt aromatische Weine.
Macabeo
cast: Macabeo, cat: Macabeu. Alcañol, Alcañón, Blanca de Daroca, Forcalla, Gredelín, Vuera, Viuna, > Viura
Macabeo soll ursprünglich aus dem aragonesischen Ebrotal stammen. Im 19. Jh. taucht sie in Katalunien, Navarra und Rioja auf. Sie ist heute die in Nordspanien, insbesondere in Katalunien, am häufigsten angebaute weisse Rebsorte und zählt zu den wichtigsten Sorten im Triumvirat der Cavaherstellung. Im Rioja, dort heisst sie Viura, werden früh trinkbare, frische Weissweine mit niedrigem Alkoholgehalt aus ihr gemacht. Ausserdem wird sie in den Regionen Alicante, Bullas, Calatayud, Cigales, Costers del Segre, Méntrida, Rueda, Utiel-Requena und Valdepeñas angebaut
Die ertragreiche, spät reifende Sorte ist unempfindlich gegen Trockenheit, aber anfällig gegen Pilzkrankheiten. Die Beeren sind mittelgross, rund, haben goldgelbe Farbe und sind sehr saftig.
Die leichten, blass- bis strohgelben Weine mit mittlerem Alkohol- und Säuregehalt erinnern an grüne Früchte (Apfel). Sie gewinnen bei Fassgärung mit Barriqueausbau auf den Hefen und in Cuvées mit Xarel.lo oder Parellada.
Interessant: Sortenreine Macabeos von armen, wenig ertragreichen Böden und die inzwischen selten gewordenen, klassischen, bernsteinfarbenen und alkoholreichen Süssweine.
Malvasía
Cagazal, Malvasía Fina, Malvasía Riojana, Rioja Rojal, Subirat Parent, Tobia
Ob Malvasía eine autochthone oder allochthone Rebsorte ist, darüber mögen sich Wissenschaftler streiten. Fest steht, dass sie ursprünglich aus Kleinasien stammt und heute der gebräuchliche Sammelname für die zahlreichen Unterarten meist antiken und griechischen Ursprungs ist. Der Name geht wahrscheinlich auf den griechischen Hafen Monemvasia im südöstlichen Peloponnes zurück, der schon im Altertum Umschlagplatz für Dessertweine war.
Die Farben der Trauben variieren von hellgelb über strohgelb bis bernsteinfarben, typisch ist der angenehme Duft nach Orange und getrockneten Früchten.
Manto Negro
Die mittelgrossen Trauben liefern leichte, harmonische Weine mit gutem Alkoholgehalt, schönem, sortentypischem Aroma, aber relativ niedrigem Säuregehalt. Bei Cuvées werden zur Qualitätssteigerung Sorten eingesetzt, die die recht blasse Farbe stärken und dem Wein mehr Körper verleihen.
Mazuela>Cariñena
Mazuelo>Cariñena
Mencía
Cabernet, Medoc, Mencía Pequeña, -Negra, Negra
Mencía soll aus dem Anbaugebiet El Bierzo stammen, wo über 65 % der Rebfläche mit ihr bestockt sind, und noch heute gibt es uralte, unveredelte Rebstöcke aus dem 18. Jh., die die Reblauskatastrophe überstanden haben.
Vermutlich haben Mönche der Klöster entlang des Jakobsweges sie mitgebracht und seit dem 9. Jh. angebaut. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Variante des Cabernet Franc handelt. Eine andere Überlieferung sagt, dass es sich ursprünglich um eine Cabernet Franc handelt, die nach der Reblauskatastrophe hier heimisch wurde.
Im atlantischen Klima hat sie sich positiv entwickelt und ist zu einer eigenständigen Rebsorte geworden, die heute ausschliesslich in Nordostspanien (Bierzo, Valdeorras) angebaut wird.
Sie erbringt intensiv rubin- bis kirschrote, manchmal auch ins Violette gehende, fruchtige Weine mit ausgeprägtem Duft von Brombeeren, Pflaumen und Lakritz, geschmackvoll, samtig, mit kräftigem Körper und harmonischer Säure. Bei Weinen von alten Reben entfalten sich auch Rosinen, Datteln und ein leicht süsslicher Abgang.
Traditionell wurde den Weinen etwas Alicante zugefügt um die Farbe zu verbessern. In den letzten Jahren sind - durch sorgsameren, auf Qualität orientierten Ausbau und niedrigere Erträge - überzeugende Rotweine auf den Markt gekommen, die sich in der 90+-Spitze platzieren konnten.
Merseguera
Blanquilla, Escanavella, Escanyagos, Escanyavella, Exquitxagos, Gayata Blanca, Marisancha/o, Mersequera, Mes(s)eguera Commun, Planta Borda, -de Gos, Trobat, Trova, Verdosilla
Die spätreifende Sorte hat kompakte, konus- bis walzenförmige, mittelgrosse bis grosse und dichtbeerige Trauben mit rundlichen, mittelgrossen, grüngelben Beeren.
Die recht einfachen Weine zeichnen sich durch kräuterigen Charakter mit Nuancen von trockenen Bergkräutern und leicht mandeligen Hintergrund aus. Sie haben mehr Körper als die Airén oder Cayetana Blanca.
Moll > Prensal Blanc
Monastrell
Gayata, Alcallata, Alcayata, Balthazar, Balzar, Gayata Tinta, Morastell, Morrastrell, Blanca, Murviedro, Garrut, Moristel, Monastel, Morrastal, Moraster, Ministral, Monastel, Morate, Ministral, Morastel, Mourvedre, Tintilla, Verema, Veremeta, Vereneta
Monastrell, früher Mataro, ist eine aus Mittelspanien stammende Rebsorte, von der noch heute weit über 100jährige, unveredelte Bestände existieren, da die Reblaus dieser robusten Sorte nichts anhaben konnte. Angebaut wird sie in Alicante, Almansa, Bullas, Cariñena, Costers del Segre, Jumilla, Penedés, Valencia und Yecla.
Die sehr ertragreiche, spät reifende Sorte hat konusförmige, mittelgrosse, um 240 g schwere, dichtbeerige und manchmal geschulterte Trauben mit rundlichen, kleinen, fast schwarzen, dickhäutigen Beeren, die bitter schmecken.
Sie liefern intensiv dunkel rubinrote, sehr aromatische, alkoholstarke Weine neigen im Alter zu orangefarbenen Reflexen, sie haben gutes Potenzial und brauchen zum Abbau der Adstringenz lange Flaschenreife. In der Nase dominieren dunkelbeerige Noten, Mittelmeerkräuter und Gewürze (Rosenpaprika). Im Mund gehaltvoll, körperreich, nicht selten fleischig. In Cuvées mit langsamer alternden Sorten - Garnacha, Syrah, Tempranillo - hervorragend auch zum Ausbau als Crianza oder Reserva geeignet.
Moristel
Monastell, > Monastrell, Morastell, Alcayata, Garrut, Juan Ibáñez, Concejón
Moristel stammt ursprünglich aus Aragón und dort wahrscheinlich aus dem Gebiet Somontano. Noch heute wird sie in ihrer Urform nur im Somontano angebaut. Klone, die sich regionalgeprägt anders entwickelt haben, findet man als Monastrell in ganz Spanien und als Mourvedre in Frankreich.
Die hell- bis mittel- und dunkelroten Weine mit stark fruchtigem Ausdruck, Akzenten von Waldbeeren wie Blaubeere, Johannisbeere und einem leichten Unterholz-, Waldton sind nicht selten alkoholreich, haben recht derbe Tannine, die sich sich erst bei längerer Lagerung mildern und dem Wein ein besonderes Bukett bescheren.
Negramoll
Diese Rebsorte, die auf den Kanarischen Inseln, vor allem auf La Palma, angebaut wird, besitzt einen höheren Tanningehalt als die Listán und bei später Lese können sich die Weine durch akzentuiertes Aroma von sehr reifen, roten bzw. schwarzen Beeren (Brombeeren) auszeichnen. Ergibt leichte, geschmeidige und überzeugende Jungweine.
Palomino (Fino)
Jerez (Fino/a), Albán, Albar, Doradillo, Dorado, Listán, -Blanco, Palomino de Jerez, , Tempranilla Blanca, Albillo de Lucena, Gencibel, -de Aragón, Gencibiera, Horgazuela, Listán (Común), Manzanilla de Sanlúcar, Palomina (Blanca), Palomino de Chipiona, -de Pinchito, Temprana (Blanca), Xerez
Die spätreifende Traube gedeiht am besten in sommertrockenen, sonnenexponierten, aber nur mässig heissen Anbaugebieten. Die hochwertigsten Trauben erbringen Reben, die auf den weissen Kreidemergelböden, »Albariza«, wachsen. Für die Mehltau anfälligen Trauben sind ausreichende Winterfeuchtigkeit und gute Ventilation wichtig.
Die starkwüchsige, sehr reichtragende Palomino kann ohne entsprechenden Beschnitt Mostmengen bis über 200 hl/ha erzielen, doch mit Blick auf die Qualität sind die Erträge auf max. 70 hl/ha beschränkt. Die geschulterte Traube ist sehr gross und kann über 2 kg schwer werden. Die goldgelben, eher locker sitzenden, etwas durchscheinenden Beeren sind recht druckfest, nicht besonders süss, doch sehr aromatisch.
Die blass- bis goldgelben, säure- und zuckerarmen, ziemlich neutralen Weine haben einen schlanken Körper und frischen, prickelnden Geschmack mit leichtem Bittermandelakzent. Da sie schnell zur Oxidation neigen, sind sie zur Herstellung von oxidativ ausgebauten Weinen wie Sherry oder »vino rancio« prädestiniert. Denn da zeigt sich ihre wahre Stärke, mit feinen Mandelaromen im Geschmack und angenehmem leichten Bitterton im Abgang.
Als Tischwein ausgebaute Palominos sind zumeist flach und ausdruckslos, wenn sie keine kräftige Säure besitzen.
Pansá Blanca > Xarel.lo
Pardina
Pardillo
Diese recht einfache Rebsorte ist hauptsächlich in Südwestspanien zu finden. Durch verbesserte Rebpflege und moderne Ausbaumethoden zeichnen sich die bisher eher schlichten säurearmen Weine durch Aromen von Bergkräutern sowie reifen Früchten und am Gaumen durch mehr Geschmacksfülle aus.
Parellada
Martorella, Montonec/h, Montonega, Montone(r)o, Montonet, Perel(l)ada
Parellada wird überwiegend im Penedès angebaut und ist die hochwertigste Rebsorte in der Region Katalunien. Zusammen mit Macabeo und Xarel·lo ist sie eine der Grundsorten für die Cavas.
Sie reift spät, erreicht nur einen relativ niedrigen Alkohol- und Säuregehalt und liefert strohgelbe, leichtere Weissweine, die nicht allzu lange lagerfähig sind. Gute Ergebnisse liefern die Verschnittweine mit den international bekannten Rebsorten Sauvignon Blanc und Chardonnay.
Pedro Ximénez
PX, Pedro, Pedro Jiménez, Pedro Ximen, Ximen, Alamis
Pedro Ximénez, ihr Name soll von Peter Siemens, einem spanischen Söldner stammen, der die Rebe im 16. Jh. vom Rhein nach Spanien gebracht haben soll, wird heute im Condado de Huelva, Jerez, Málaga, Montilla-Moriles, in der Extremadura, in Katalunien, Jumilla, Valencia und auf den Kanarische Inseln kultiviert.
Wegen der schnelle Entwicklung eignet sich die Pedro Ximénez sowohl für trockene, aufgespritete als auch für süsse Dessertweine und Málaga-Süssweine im Cuvée mit Moscatel. Beim Ausbau zu stillem, trockenem Wein hinterlassen sie am Gaumen eine angenehm herb akzentuierte, milde Süsse.
In den letzten Jahren wurden interessante trockene, leichte, fruchtbetonte junge Weine und in Barrique vergorene Weine von hoher Qualität präsentiert.
Picapoll
Die weisse Picapoll, eine wuchskräftige Rebsorte mit geringen Erträgen, ist eine Mutation der roten Sorte mit unbekannter Herkunft.
Die konus- bis walzenförmige Traube ist mittelgross und hat rundliche, ebenfalls mittelgrosse Beeren.
Prensal Blanc
Premsal Blanc, Moll
Besonders in der Region Binissalem (Mallorca) angebaute Rebsorte erbringt leichte, harmonische Weissweine, die sich durch guten Alkoholgehalt und charakteristisches Aroma bei geringer Säure auszeichnen.
Beim Ausbau recht schwierig, da der Reifezeitpunkt zur Lese exakt getroffen werden muss und die Weine verschiedentlich ein unausgewogenes Alkohol-Säure-Verhältnis aufweisen. Cuvées mit säurehaltigeren Sorten sind daher empfehlenswert.
Prieto Picudo
Eine Rebsorte, die unter extremen Bedingungen gedeihen kann, ähnelt der Graciano und bringt leichte Weine mit dunklem Kirschrot und aromatischer Betonung roter Früchte in Richtung der Mencía, doch mit angenehmen Wildnoten und stärkerer Struktur hervor. Die Trauben sind ungewöhnlich starkduftig. Der Wein ist hell und markant.
Samsó
Eine der traditionellen Rebsorten im Penedès, die heute aber vorwiegend nur noch des hohen Ertrags und zur Verwendung in Cuvées kultiviert wird.
Sumoll
Recht seltene, nur in den Anbaugebieten um Artés (Barcelona) und der D.O. Conca de Barberá anzutreffende, traditionelle Rebsorte.
Tardana
Nur in der Zone El Azagador des Anbaugebietes Utiel-Requena vorkommende weisse Rebsorte.
Tempranillo
Cencibel, Tinto/a Fino/a, Tinto/a del País, Tinto de Toro, Ull de Llebre
Tempranillo, »der kleine Frühe«, ist mit über 11.300 ha. Anbaufläche die Rotweinrebsorte Nr. 1 in Spanien. Seine Herkunft ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Angenommen wird, dass er vom Spätburgunder abstammt und nach der Befreiung Spaniens von den Mauren von Zisterzienser-Mönchen ins Rioja gebracht wurde. Er ist Spaniens Antwort auf Cabernet Sauvignon & Cie. und wird heute in ganz Spanien unter verschiedenen Bezeichnungen angebaut.
Tempranillo erbringt dunkle, langlebige Weine mit kräftigem Rückgrat und duftig-fruchtbetontem Charakter. Sie sind nicht übermässig alkoholstark (11–13 % Vol.), haben aber ein grosses Reifepotenzial im Holz und zeichnen sich durch elegante Weiche und süsse Tannine aus. Daher können sie, im Gegensatz zum Cabernet, schon als Jungweine getrunken werden, obwohl ihre Stärke erst im Barriqueausbau zur Geltung kommt.
Die Weine brillieren mit Aromen von Kirschen, Trockenfrüchten, Pflaumen, Beerenfrüchten sowie Nuancen von Tabakblättern, Gewürzen, Leder, Lakritze und Bitterschokolade (je nach Ausbau).
Torrontés
Aris, Monastrell Blanco, Tarrantés; Torontel Verdil, Turrontés.
Torrontés stammt aus Galicien, wird heute aber auch in Kastilien-La Mancha, um Madrid, in Andalusien und auf den Kanarischen Inseln kultiviert.
Charakteristisch für die etwas körperarmen Weine ist ihr an Muskateller erinnernder Geschmack.
Treixadura
Treixadura Blanca, Trincadente, Verdello Rubio
Treixadura wird in Galicien (Rías Baixas) in kleinem Umfang auf nur rund 200 ha. angebaut.
Die wuchskräftige Rebsorte gibt nur geringe Hektarerträge und die Beeren sind anfällig gegen die Rohfäule. Die spätreifende Sorte erbringt duftige, körperreiche und alkoholstarke Weine mit fruchtig blumigen Tönen und Noten von reifen Äpfeln. Sie eignen sich gut für Cuvées mit dem Albariño und werden auch zur Herstellung der Likörweine Tosdadillo und Tostado del Rivero verwendet.
Trepat
Trepadell, Trepó, Criatendra, Cuatendra, Pansa Borda, -Roja, -Negre, Pansó, Tarragoní
Sie treibt früh aus, ist stark im Wachstum und erbringt längliche, sehr dicht besetzte Trauben mit grossen, rundlichen und süsslichen Beeren.
Der hellen, wenig farbintensiven Weine sind frisch, leicht und fruchtig, mit wenig spezifischen Aromen, moderater Säure und mässigen Alkoholgehalt (9,5-11,5 % Vol.) werden hauptsächlich zur Herstellung von Roséweinen oder Cava verwendet.
Ull de Llebre > Tempranillo
Verdejo
Verdecho, Verdeja, Verdejo/a Blanco/a, Botón de Gallo Blanco in Asturien, Chepa de Madrigal
Verdejo, "die weisse Königin der D.O. Rueda", stammt aus dem Weinbaugebiet Rueda und wurde früher für die ”vinos de solera” (im Soleraverfahren ausgebaute Weine) und “rancios” (durch spezielle Oxidation gealterte Weine) mit langen Reifezeiten verwendet. Heute wird die Rebe fast ausschliesslich in den kastilischen D.O.s Cigales, Toro und Rueda angebaut. Die Renaissance der Verdejo beginnt in den 1970er Jahren, als sie von den Önologen der Bodega Marqués de Riscal und dem französischen Weinpapst, Professor Émile Peynaud, wiederentdeckt wurde. Sie erkannten das ungenutzte Potenzial dieser Traube, die extrem sauerstoffempfindlich ist und deshalb - um hohe Qualitäten zu erreichen - in der nächtlichen Kühle gelesen wird.
Die sehr hellen bis leicht grünlichen Weine sind aufgrund des hohen natürlichen Glyzeringehalts geschmeidig und körperreich, mit Anklängen an Heu und Anis und duftigen Pflanzenaromen, am Gaumen sind sie frisch, mit feinen Bitternoten im Finale, die dem Wein Kraft und Ausdruck verleihen.
Gleichzeitig werden noch altgold- bis bernsteinfarbene Dessertweine von besonderer Güte, die "vinos de solera" mit traditioneller Fassreifung erzeugt.
Vidau
Vidau, eine äusserst seltene, historische Bezeichnung für über 100 Jahre alte Rebflächen, die nur bei Riojaweinen aus der Zone Monte Yerga (Rioja Baja) zu finden ist, ist keine eigenständige Rebsorte, sondern beschreibt eine eine Mischung verschiedener Rebsorten (Tempra-nillo, Garnacha, Graciano, Mazuelo und andere), die auf einer Parzelle wachsen.
Die Lese ist sehr aufwendig, da die Reben damals wild durcheinander gepflanzt wurden und die Trauben, auch wegen ihrer verschiedenen Reifezeitpunkte, nur von Hand gelesen werden können.
Nur wenige Bodegas, wie z.B. Escudero und Valsacro, pflegen noch heute die Vidau-Tradition und erzeugen erstklassige Weine.
Viura > Macabeo
Viura stammt wahrscheinlich aus dem aragonesischen Ebrotal und ist eng mit der Macabeo verwandt.
Die blassgelben bis strohfarbenen Weine sind manchmal säurebetont mit feinen Fruchtakzenten. In Barrique ausgebaute Weine sind goldgelb, elegant und komplex. Die vornehme Holznote mit dem gehaltvollen Bukett zeigt, wie sich die Frucht mit der Zartheit verbinden kann.
Xarel·lo
Cartoixa, Cartuja (Blanca), Cartuxá, Jaén Blanco, Pansá Blanca, Pansal, Pansalat, Pansalet, Pansar, Vinyater
Xarel·lo stammt aus Katalunien. Ihr Hauptanbaugebiet ist Katalunien. Mit Parellada und Macabeo gehört sie zum Triumvirat der Cavagrundweine.
Die grüngelben, mittelgrossen Beeren erbringen - je nach Boden - robuste, säurebetonte, neutrale, alkoholreiche (besonders auf fruchtbaren Böden) Weine, die ausgewogen, aromatisch und mittelschwer sind, mit vegetalen Aromen, gutem Körper, harmonischer Säurestruktur, aber auch rustikalen Charakter. Reinsortige, meist goldgelbe und füllige Weine bringen Charakter ins Glas.
Zalema
Rebazo, Ignobilis, Salemo, Zalemo Rebazo
Zalema stammt aus Südspanien und wird hauptsächlich in der Region Condado de Huelva, wo sie rund 85 Prozent der Rebflächen belegt, angebaut.
Die spätreifende Sorte liefert gleichmässig hohe Erträge. Der Most der Sorte neigen zur Oxidation und werden deshalb zu sherryähnlichen Weinen verarbeitet.